Arthrose – eine häufige Berufskrankheit

 

Dr. med. Masyar Rahmanzadeh
Ärztlicher Leiter des Gelenkzentrums Berlin befasst sich intensiv mit Arthrose und deren operativen Behandlungsmöglichkeiten.

Seit dem 1 Juli 2009 gilt die Arthrose als Berufskrankheit. Zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen gehören Sportler, Handwerker, Pflegepersonal und Büromitarbeiter, die im Alltag häufig eine ungesunde oder belastende Haltung einnehmen müssen. Unwissentlich werden dabei täglich verschiedene Gelenke immer wieder im Körper stark beansprucht. Auch körperliche Fehlstellung, Übergewicht, sowie häufiges Laufen oder Joggen auf hartem Untergrund können Ursachen der Arthrose sein.Arthrose ist ein Verschleiß des Knorpels, welcher normalerweise die Gelenkinnenflächen überzieht. Wenn sich dieser abnutzt und Risse bekommt, sind starke Schmerzen die Folge. Bei fortgeschrittener Arthrose kann es zu einer Entzündung der Gelenkschleimhaut kommen, der so genannten Arthritis. Arthrose ist vor allem eine Abnutzungserscheinung die bei zunehmenden Alter auftritt, da der Körper dem Verschleiß nicht entgegenwirken kann.

„Die ersten Anzeichen von Arthrose sind hauptsächlich Schmerzen.“ So Dr. Rahmanzadeh. „Diese treten zuerst als sogenannte Anlaufschmerzen auf. Das bedeutet, dass zum Beispiel beim Aufstehen das Knie schmerzt. Später treten die Schmerzen auch vermehrt nach längerer Belastungen auf.“

Die endgültige Diagnose lässt sich herleiten durch die typische Patientengeschichte, die körperliche Untersuchung sowie Röntgen und ggf. eine MRT-Untersuchung.

Die Symptome von Arthrose lassen sich therapieren. Auch eine Selbsttherapie zum gezielten Muskelaufbau zur Entlastung der Gelenke ist in einem bestimmten Umfang möglich, wenn die Abnutzung sich noch in einem frühen Stadium befindet. Falls die Arthrose weiter fortgeschritten ist, kann man einerseits medikamentös oder durch physikalische (Krankengymnastik, Einlagen) die Symptome lindern bzw. später auch operativ gelenkerhaltend oder gelenkersetzend therapieren. Ob eine Operation in Betracht gezogen werden kann, hängt davon ab, wie groß die Schmerzen sind und wie sehr sich der Patient in seiner Beweglichkeit eingeschränkt fühlt.

Dr. Masyar Rahmanzadeh ist spezialisiert auf die operative Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen der unteren Extremität. Sein Tätigkeitsfeld ist fokussiert auf den künstlichen Gelenkersatz am Hüft- und Kniegelenk sowie die Korrektur komplexer Deformitäten des Vorfußes. Dr. Rahmanzadeh war an den bedeutendsten nationalen und internationalen orthopädisch-chirurgischen Kliniken tätig, u. a. an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, am Zentrum für muskuloskeletale Chirurgie an der Charité Berlin, am Orthopedic Department Hospital for Special Surgery, New York, am Brigham and Women’s Hospital der Harvard Medical School, Massachusetts sowie an der Mayo Clinic, Rochester, Minnesota, USA.

Dr. Rahmanzadeh: „Bei beginnender Arthrose vor allem am Kniegelenk kann durchaus erfolgreich eine sog. gelenkerhaltende Operation durchgeführt werden. Hierbei wird durch eine chirurgische Korrektur der der Beinachse bei O-oder X-Bein die Lastachse des Beines dahingehend korrigiert, dass der Bereich mit besser Knorpel mehr belastet wird und der Bereich mit abgenutztem Knorpel entlastet wird. Bei der fortgeschrittenen Arthrose des Kniegelenkes hilft eine kompletter künstlicher Kniegelenkersatz am nachhaltigsten. Am Hüftgelenk kann in Fällen der Arthrose kombiniert mit noch guter Knochenqualität mit grossem Erfolg der Oberflächenersatz des Hüftgelenkes angewandt werden. Hierbei wird der Hüftkopf, anders als beim herkömmlichen Hüftgelenkersatz, nicht geopfert. Dieser wird lediglich mit einer Metallkappe überkront, so wie auch die Hüftpfanne- somit wird Knochenmasse am Oberschenkel erhalten. Wenn die Knochenqualität am Hüftgelenk den Oberflächenersatz nicht mehr zulässt, empfiehlt sich die konventionelle Total-Endoprothese mit Titanschaftund Pfanne.“

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